Nailart Contest 2010
Messen 2010
Messen 2010

Trimming

Hinweis

Diese Anleitung soll eine Hilfestellung für die Anwendung von engelcosmetic-Produkten sein und ersetzt auf keinen Fall eine professionelle Ausbildung. Für die Arbeit mit professionellen Produkten am Kunden benötigen Sie ein umfangreiches Fachwissen, das über eine einfache Arbeitsanleitung weit hinausgeht. Gerne beraten wir Sie bezüglich einer für Sie passenden Ausbildung oder Fortbildung.

Feilen

Geht es um professionelle Nagelpflege, beginnt die beim richtigen Werkzeug. Leider haben auch heute noch Scheren, Nagelknipser und -zangen eine fast magische Anziehungskraft. Sie verleiten regelrecht dazu, die Nägel damit zu bearbeiten. Es geht schön schnell und ganz einfach. Doch diese mechanischen Werkzeuge können die Nagelplatte schädigen. Durch das Schneiden und den Druck, der dabei auf den Nagel wirkt, entstehen mikroskopisch feine Risse in der Nagelplatte, die zu Nagelspliss führen.

 

Profiwerkzeug ist gefragt. Um die Nägel professionell in Form zu bringen, sollten nur hochwertige Profi-Nagelfeilen verwendet werden. Metallfeilen gehören definitiv nicht dazu und sollten auf keinen Fall für die Fingernägel benutzt werden. Metallfeilen sorgen dafür, dass die Nagelspitze beim Feilen aufgeraut wird. Dies führt wiederum zu Nagelspliss und zu brüchigen Nägeln. Besser sind nagelschonende Sandblattfeilen. Im Gegensatz zu einer Metallfeile entsteht hier beim Feilen keine Reibungshitze.

 

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Sorten, die sich in Form, Material und Gritzahl, d.h. der Körnung, unterscheiden.
Die Körnung gibt die Schleifkörnchen pro qcm an. Also befinden sich auf einer Feile mit 100er Körnung 100 Schleifkörnchen auf 1 qcm., die Feile ist also „grob“.
Je höher die Gritzahl, desto feiner ist die Feile.

 

Je nach Nageltyp sollte die geeignete Körnung (Grit) gewählt werden. Dabei gilt die Faustregel: Je höher die Gritzahl, desto feiner die Nagelfeile. Nagelfeilen mit einer sehr hohen Gritzahl eignen sich hervorragend, um dünne, weiche Nägel schonend zu kürzen und in Form zu bringen.
Eine Feile mit mittlerer Grit-Zahl eignet sich für problemlose, starke und stabile Fingernägel.
Feilen mit besonders niedriger Gritzahl werden für künstliche Fingernägel verwendet.

 

Kristall- und Mineralfeilen sind nicht nur sehr schonend, sie versiegeln schon beim Feilen die Nagelkante. Während des Feilens legen sich feinste Mineralpartikel in die Zwischenräume der einzelnen Keratinschichten. Dadurch wird die Nagelkante besonders glatt. Feuchtigkeit, Reinigungsprodukte oder andere nagelstrapazierende Stoffe können nicht ungehindert in die Nagelspitze eindringen und die Keratinschichten voneinander lösen. Die Nagelspitze gewinnt an Stabilität und wird geschützt.

 

Anwendung der verschiedenen Feilen:

  • 100/100 Feilen - Beide Seiten sind rau. Kürzen und in Form feilen der Nägel. Abfeilen der
    Modellage beim Refill.
  • 100/180 Feilen - Eine Seite ist rau, die andere mittel. Die raue Seite wird wie die 100/100
    Feile verwendet. Die mittlere Körnung dient zum Blenden des
    Tipübergangs oder zum Trimming.
  • 180/240 Feilen - Eine Seite ist mittel, die andere fein. Feine Arbeiten vor dem Polieren
    modellierter Nägel oder zum Blenden bzw. Trimming von Tips.
  • Schleifblock /Buffer - Glätten des Nagels vor dem Polieren oder Finish der Modellage, auch zum Anmattieren von Naturnägeln.
  • Polierfeilen - Polieren von Kunst- und Naturnägeln
  • Kristall- und Mineralfeilen - Versiegelung von Kunst- und Naturnägeln

Trimming:

Trimming ist das „in Form Feilen“ des Nagels.
Die Form des Nagels, ob oval, eckig oder rund, ist Geschmackssache, es gibt jedoch einige Regeln, die immer beachtet werden sollten.

  • Der Kunst- und Naturnagel sollten immer oval oder eckig gefeilt werden, um eine dauerhafte Stabilität und Haltbarkeit zu gewährleisten.
  • Die Seitenbereiche, an denen der Naturnagel aus dem Nagelbett tritt, dürfen nicht schräg eingefeilt werden, sondern müssen gerade verlaufen. Erst an der Nagelspitze beginnt die individuelle Formgebung.
  • Die richtige Feiltechnik beugt Rissen und Nagelspliss vor. Feilen Sie die Nägel immer von den Seiten zur Mitte hin in einem Winkel von 45 Grad. Die Seiten dürfen nicht ausgefeilt werden.

Handtypen und passende Nagelformen:

  • Kleine, zarte Hände: Nägel relativ kurz und etwas oval.
  • Mittel bis breite Hände: meist breite Nägel, aus diesem Grund nicht spitz zulaufen lassen.
    Relativ kurz halten, beim Lackieren an den Seiten der Nägel einen kleinen Rand freilassen, um den Nagel schlanker erscheinen zu lassen.
  • Große, quadratische Hände: meist große, quadratische Nägel. Nicht spitz zulaufen lassen. Versuchen, die Nagelform der Form der Fingerkuppen anzupassen. Lackierung wie oben beschrieben.
  • Europäische Form: Konisch zulaufende, leicht ovale Nägel.
  • Amerikanische Form: gerade, eckige Nägel

Statik der Modellage

Die Statik der Modellage muß vor der Modellage bestimmt werden.
Besprechen Sie mit der Kundin vor Beginn der Behandlung die Länge und Form der gewünschten Nägel, da ein späteres Kürzen die C-Kurve versetzt und Sollbruchstellen entstehen können.

 

Die freie Nagelspitze darf nicht länger als das Nagelbett sein, hier ist zu beachten, dass der Nagel ca. 1mm pro Woche wächst.

 

Die Modellage muß aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Von oben, von unten, von hinten und von beiden Seiten.
Nur so ist zu gewährleisten, dass alle 10 Finger gleich gearbeitet werden und ein insgesamt einheitliches und ästhetisches Bild entsteht.

 

Ansicht auf die Oberfläche
Durch den Blick auf die Oberfläche wird die Form der freiliegenden Nagelspitze klar.
Die Seitenlinien verlaufen parallel zu einer eckigen Form des Nagels, verjüngend zu einer ovalen Form des Nagels oder parallel mit vorne verjüngender Richtung zu einer runden Form des Nagels.

 

Ansicht von unten
Durch die Ansicht von unten bestimmen Sie die Länge der Nagelspitze. Durch Blick auf die Oberfläche kann die Länge unterschiedlich erscheinen, nur durch Prüfen von unten kann die Länge optimal angeglichen werden.

 

Ansicht auf die Seiten
Von der Seite lässt sich die Wölbung des Nagels bestimmen.
Die Formlinie, die Basislinie und der Apex (höchster Punkt der Modellage) sollten bei allen 10 Fingern gleich gearbeitet werden.
Der Apex sollte über dem Stresspunkt des Nagels liegen.

 

Die Formlinie

90°-Winkel – eckiger Nagel90°-Winkel – eckiger Nagel
stumpfer Winkel – ovaler Nagelstumpfer Winkel – ovaler Nagel
kein Winkel- horizontale Befeilung, mandelförmiger Nagelkein Winkel- horizontale Befeilung, mandelförmiger Nagel
 

 

Die Basislinie

Abfallende BasislinieAbfallende Basislinie
gerade Basisliniegerade Basislinie
angehobene Basislinieangehobene Basislinie
 

 

Ansicht von vorne
Der Tunnel des Nagels besitzt eine obere und untere C-Kurve. Diese Kurve ist an jedem Finger im selben Radius zu arbeiten. Die Kurve kann durch „Pinchen“ verstärkt werden.
Je stärker der Tunnel ausgearbeitet wird, umso weniger muß die Wölbung des Nagels ausgearbeitet werden und umso niedriger kann der Apex auf dem Nagel liegen.
Allerdings werden nur Wettbewerbsnägel extrem gepincht und extrem dünn gearbeitet, ein gewöhnlicher Nagel, der alltäglichen Belastungen ausgesetzt ist, benötigt eine bestimmte Stärke.

Pinchen

Pinchen wird üblicherweise beim Pulver-Flüssigkeitssystem angewandt, auch bei UV-Gel ist Pinchen möglich, allerdings erfordert dies ein erhöhtes Maß an Vorsicht und Übung.
Durch Pinchen kann die Wölbung des Tunnels verstärkt werden.
Pinchen verstärkt den Nagel, da ein stärkerer Bogen stabiler ist, als eine flache Linie.
Durch Pinchen kann der Wunsch der Kunden, natürlich dünne Nägel trotz Verlängerung zu besitzen, erfüllt werden.

 

Pinchen mit Pulver-Flüssigkeit:
Noch vor dem Produktauftrag wird die Größe des Pinchsticks gewählt (hierzu können Sie aus dem Baumarkt verschieden dicke Aluminiumstäbchen nehmen). Die passende Größe wird an der Kontur des Nagelfalzes gemessen.
Die Modellage wird eher trocken gearbeitet, dann kann auch direkt nach dem Auftrag des Produkts gepincht werden, ohne dass Material an der Klemme, Pinzette oder an Ihren Fingern kleben bleibt.
Der Pinchstick wird unter der freien Nagelspitze angelegt und die Oberseite der freien Nagelspitze wird mit beiden Daumen gleichmäßig zusammengedrückt. Nun sollte die Klemme angesetzt werden, nicht nochmals andrücken, da dies der Kundin Schmerzen bereiten kann.

Sie können auch ohne Hilfsmittel pinchen, hier sollten Sie jedoch darauf achten, nur leicht zu pinchen, um eine gleichmäßige Form des Nagels zu behalten.

 

 

Pinchen mit UV-Gel:
Das Gel muß vor dem Pinchen ca. 10-15 Sekunden im Gerät angehärtet werden, Pinchen Sie den Nagel in Form und härten Sie die Modellage im Anschluss komplett aus.