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UV-Gel Modellage

Hinweis

Diese Anleitung soll eine Hilfestellung für die Anwendung von engelcosmetic-Produkten sein und ersetzt auf keinen Fall eine professionelle Ausbildung. Für die Arbeit mit professionellen Produkten am Kunden benötigen Sie ein umfangreiches Fachwissen, das über eine einfache Arbeitsanleitung weit hinausgeht. Gerne beraten wir Sie bezüglich einer für Sie passenden Ausbildung oder Fortbildung.

 

UV-Gele

UV-Gele härten durch Zuführung von Energie in Form von Wärme und UVA-Strahlen aus.

Als Lichtquelle wird ein UV-Licht-Gerät gewählt. Achten Sie auf ausreichende Stärke der Strahlung, da eine unzureichende Aushärtung zu Lifting führen kann! Im optimalen Fall wird eine Lampe mit 4 x 9 Watt-Röhren benutzt, die innen verspiegelt ist und auf unterschiedliche Aushärtungszeiten bzw. Dauerbetrieb umschaltbar ist.

Das Gerät sollte einfach zu reinigen sein, aus hygienischen Gründen sind Einmal-Handauflagen aus Papier zu verwenden.

Pigmentierte Gele benötigen eine längere Aushärtungszeit als klare Gele. Stark pigmentierte Gele sollten sehr dünn aufgetragen werden, da sonst eine ausreichende Aushärtung nicht gewährleistet ist.

Für die UV-Gel Modellage werden Kunsthaar- (Toray-) Pinsel verwendet, die das Gel aufnehmen aber auch wieder vollständig abgeben können. Die Haare sind sehr weich, damit die Modellage freischwebend vom Nagel gearbeitet werden kann.

Der Pinsel wird nach der Modellage mit Cleaner gereinigt und liegend und dunkel gelagert.

UV-Gele reagieren mit Wärme, Sauerstoff und Tageslicht, sollten daher kühl und dunkel gelagert werden und während der Modellage verschlossen werden.
Im Sommer dehnen sich die Gele bei höheren Außentemperaturen stark aus, daher evtl. auf einem „Coolpack“ auf den Nageltisch stellen. Im Winter vor der Modellage auf Zimmertemperatur erwärmen.

Modellage mit UV-Gelen

Vor der eigentlichen Modellage muß der Nagel wie beschrieben vorbereitet werden.

Mit der Modellage beginnen, indem die Haftschicht mit Haftgel oder dünnviskosem Einphasen-Gel dünn und ohne Druck auf alle Nägel aufgetragen wird (Pinsel flach, Größe 4).

Zum Nagelfalz einen Abstand von ca. 1-2 mm halten.

In der UV-Lampe aushärten.

Die Aufbauschicht mit Modellage- oder Aufbaugel bzw. mittel- bis dickviskosem Einphasen-Gel den Weg zur Nagelspitze arbeiten (Pinsel Katze, Größe 6 bzw. flach, Größe 6).

Je nach Nagellänge eine kleine oder größere Menge Gels auf die Mitte des Nagels auftragen und mit dem Pinsel bis kurz vor die Nagelhaut schieben. Den verbleibenden Rest auf dem Nagel verteilen, dabei Hautkontakt unbedingt vermeiden. Nun den kompletten Nagel modellieren und dabei eine C-Kurve bilden, indem mehr Gel in der Mitte des Nagels verbleibt.

Am Ende und an den Rändern des Nagels sollte das Gel sehr dünn sein. Auch die Nagelspitzen ummanteln. Falls nötig, überschüssiges Gel vor der Aushärtung an den Rändern mit Rosenholz-Stäbchen oder Hufstäbchen entfernen.

In der UV-Lampe aushärten. Zwischen den Schichten nicht abcleanen.

Immer ausreichend aushärten, weil das Gel komplett durchgehärtet werden muss. Falls das Gel nicht genug gehärtet wurde, wird es sich nach einem Tag wieder lösen.

Evtl. eine zweite Aufbauschicht modellieren und aushärten.

Nach der Aushärtung die klebrige Schwitzschicht (Dispersionsschicht) mit Clean Off Liquid entfernen.

Die Nägel in Form feilen, darauf achten, dass die C-Kurve am Stresspunkt sitzt und die Ränder dünn sind. Feilstaub entfernen.

Versiegelung / Finish bei allen Modellage-Systemen

Hier wird mit einer letzten Lage Glanz-Gel UV Gel klar dünnviscos gearbeitet. Sorgfältig und nicht zu dünn, gleichmäßig und ohne Bläschen zu bilden, arbeiten, um späteres Ausbessern zu vermeiden. Des weiteren nicht zu dünn auftragen.

In der UV-Lampe aushärten.

Nach der Aushärtung die klebrige Schwitzschicht (Dispersionsschicht) mit Clean Off Liquid entfernen.

Nagelöl in die Nageloberfläche und Nagelhaut einmassieren und mit einer Zellette nachpolieren.

Feilen und Instrumente desinfizieren.

Auffüllen (Refill) der Nägel mit UV-Gelen

Das Ziel einer Nageldesignerin ist es, den Naturnagel herauswachsen zu lassen und diesen gesund zu erhalten. Wenn Sie bei der Erstmodellage mit der richtigen Modellagetechnik und professionellen Materialien arbeiten, müssten die Nägel beim ersten Auffüllen ohne Risse oder abgelöste Stellen herausgewachsen sein.
Fragen Sie die Kundin, ob sie mit der Modellage Probleme hatte. Wenn ja, müssen Sie Ihre Technik oder Material oder beides verändern.

Nägel auf Risse und Lifting überprüfen und bei Bedarf die Modellage komplett entfernen.

Die Nägel danach auf die gewünschte Länge kürzen und in Form feilen.

Überarbeiten der Seitenlinien.

Überarbeiten des freien Nagelrands bis zur Smile-Linie. Entfernen Sie alle gelösten Modellagereste. Lose Stellen nicht abknipsen, da der Naturnagel beschädigt werden könnte!

Feilen Sie den Nagelrand ca. 50% dünnen, wenn Sie French modellieren möchten.

Die Seiten und die mittlere Oberfläche werden ebenfalls dünner gefeilt und der Nagelspitze angepasst.

Überarbeiten des hinteren Nagelwalls.

Abschließend die gesamte Oberfläche und Unterseite prüfen. Es dürfen keine Hügel, Vertiefungen oder lose Stellen zu sehen sein.

Nagelhaut vorsichtig lösen und nach hinten schieben.

Naturnagel mit einem Buffer mattieren und mit Clean Off Liquid entfetten.

Einen neuen Stresspunkt modellieren und die Modellage wieder auffüllen. Darauf achten, dass nur aufgefüllt wird, nicht die selbe Menge Gel wie bei der eigentlichen Modellage verwenden, da der Nagel sonst zu dick wird.

Mit einer feinen Feile Unebenheiten, Vertiefungen oder Dellen entfernen.

Versiegeln wie bereits beschrieben.

Permanente French Manicure mit UV-Gelen

Um eine perfekte French Manicure zu erhalten, wird French-Gel (vorher umrühren) auf die abgecleante Haftschicht der Modellage auf die Spitze der Nägel aufgetragen.

Immer in dünnen Schichten arbeiten, da in diesen Gelen Pigmente enthalten sind, die verhindern, dass UV-Licht durchdringt und eine komplette Härtung verhindert, sobald die Schicht zu dick ist.

Mit dem French Gel sorgfältig die Smile-Linie arbeiten (Pinsel rund, Größe 6 oder flach, Größe 4), entweder ziehen (runder Pinsel) oder an die Smile-Linie schieben (flacher Pinsel).

Evtl. Unregelmäßigkeiten vor der Aushärtung mit dem Huf des Hufstäbchens ausbessern.

Für 3 Minuten in der UV-Lampe aushärten, evtl. eine zweite Schicht auftragen.

Nach der French Modellage die Aufbauschicht wie oben beschrieben arbeiten, Schwitzschicht nicht abnehmen oder vor dem Weiterarbeiten sorgfältig anbuffern.

Nagelmodellage mit Schablonentechnik

Die Nagelverlängerung durch Anbauen der Naturnägel ist eine attraktive Alternative zu aufgeklebten Tips. Gründe hierfür können sein:

  • Wenn kein Tip erwünscht wird
  • Bei Reparaturen
  • Bei überbreiten, sehr kleinen oder flachen Nägeln
  • Bei Kunden, die allergisch auf Cyanacrylate-Tipkleber sind
  • Bei deformierten Nägeln
  • Bei Nagelbeißern.

Schablonen-Typen

Die Wahl ist zwischen metallisieren Einwegschablonen aus Papier mit selbstklebender Rückseite und teflonbeschichteten Mehrwegschablonen.

Einwegschablonen sind in runder und eckiger Form erhältlich. Die etwas längere, eckige Form erlaubt auch das Modellieren sehr langer Nägel, da sie wesentlich weiter unter der Nagelspitze hervorragt.

Verschiedene Schablonen sind mit einem Raster versehen, das eine gerade und einheitliche Modellage aller Nägel gewährleistet.

Das richtige Anlegen der Gold-Schablone in eckiger Form

Die Schablone unter die freie Nagelspitze schieben. Die Schablone muß so angelegt werden, dass sie lückenlos mit der Nagelkante abschließt.

Die Seitenlinien müssen exakt in einer Linie mit den Seitenrändern des Nagels verlaufen, die Schablone darf nicht nach oben oder unten zeigen.

Die Seitenarme der Schablone fest am Finger festdrücken und so die Schablone fixieren.

Die Schablone in die gewünschte Nagelrundung biegen und einen formschönen Tunnel formen. Die Vorderflügel fixieren.

Vorbehandlung der Naturnägel: wie oben verfahren, das Kürzen der Naturnägel ist nur bedingt erforderlich.

Das richtige Anlegen der wiederverwendbaren Schablonen:

Der Finger wird, wie in der Abbildung, in die Schablone eingespannt. Anhand des Metallbügels an der Schablone lässt sich die gewünschte Breite und Wölbung des Nagels leicht einstellen. (Je weiter der Bügel aus der Schablone gezogen wird, desto breiter und flacher wird der Nagel.)

Schablonentechnik mit UV-Gelen:

Haftgel oder Einphasen-Gel über den gesamten Nagel dünn auftragen. Sollte das Nagelbett sehr kurz sein, kann das Nagelbett mit einem opaken Gel optisch verlängert werden.

Aushärten und Schwitzschicht abnehmen. Den Nagel in Form feilen (so entsteht eine Kante, an der man sich beim Auftragen von French Gel orientieren kann) und die Nageloberfläche anmattieren.

Nun wird die Schablone angesetzt.

Weißes oder milchiges Gel auf die Schablone auftragen, bei milchigem Gel kann das Gel auch über den gesamten Nagel modelliert werden. Das weiße Gel wird an die Kante des Naturnagels angelehnt, um die Smile-Linie zu erhalten.

Modellage mit der Schablone unter der UV-Lampe aushärten.

Mit Aufbaugel die C-Kurve modellieren und aushärten. Um ein komplettes Aushärten der French Spitze zu gewährleisten, die Schablone abnehmen und die Hand umgedreht in der UV-Lampe erneut 2 Minuten aushärten.

Die Schablone vorsichtig von dem angebauten Nagel abziehen.

Den Nagel in Form feilen, es wird weiter verfahren wir bei einer Naturnagelmodellage.

Schablonentechnik bei Nagelbeißern

Vor der ersten Behandlung eines Nagelbeißers sind die Nägel stark von der Nagelhaut überwuchert, die Fingerkuppen hochgewölbt und durch ständigen Speichel sind die Nägel sehr weich.

Desinfektion! Gerade bei Nagelbeißern spielt die Hygiene eine wichtige Rolle, da die weiche Struktur der abgerissenen und angekauten Nägel anfällig für Pilz und Infektionen sind.

Die Nagelhaut von Nagelbeißern ist in der Regel sehr dick. Die Nagelhaut muß entfernt werden. Sollte sie sehr ausgeprägt sein, ist eine Maniküre drei Tage vor der eigentlichen Modellage zu empfehlen. Die Nagelhaut kann sich dann bis zum eigentlichen Termin wieder beruhigen.

Bitte beachten Sie, dass Sie bei Nagelbeißern die Nägel etwas kürzer halten sollten, damit der Kunde sich an die neue Länge gewöhnen kann.

Vorbehandlung der Naturnägel wie bei einer normalen Modellage.

Mit einem standfesten Einphasen-Gel eine dünne Schicht auf den Naturnagel über die Haut bis zur Fingerkuppe modellieren.

Aushärten, abcleanen, mattieren und sorgfältig entstauben.

Die neu modellierte Nagelplatte an der Nagelspitze mit einem Rosenholzstäbchen oder der runden Seite eines Nagelfalzinstruments von der darunter liegenden Haut lösen.

Die Schablone gerade unter der vorgefertigten Nagelplatte ansetzen und die Nägel wie bei einer normalen Schablonen-Modellage modellieren.

Reparaturen mit der Schablonentechnik

Den beschädigten Nagel in Form bringen und alle Losen Partikel entfernen. Anmattieren, entstauben und abcleanen. Schablone anlagen.

Bei stark eingerissenen Nägeln sollte zur Stabilisierung des Nagels ein Streifen Fiberglas oder Seide eingearbeitet werden.

Standfestes Gel modellieren. Aushärten, abcleanen, Schablone entfernen, mattieren und sorgfältig entstauben.

Nägel modellieren wie bei einer normalen Modellage.

Farbgele

Mit der grossen Pallette an erhältlichen Farb- und Effektgelen haben Sie vielfältige Möglichkeiten, die Modellage dauerhaft mit Nailart zu verzieren oder den gesamten Nagel mit einer permanenten "Lackierung" zu überziehen.

Bei deckenden Gelen ist auf eine dünne Schicht und ausreichende Aushärtungszeit zu achten. Transparente Gele und Effektgele können auch zum Nagelaufbau verwendet werden.

Beim Komplettüberzug ist darauf hinzuweisen, daß eventuelle Veränderungen unter der Farbschicht nicht mehr von außen zu erkennen sind, deshalb sollten Sie hier beim Auffülltermin die komplette Farbe entfernen und überprüfen, daß keine Veränderungen am Nagel vorliegen.

Viele Farbgele besitzen keine eigenen Haftvermittler-Bestandteile, müssen also auf einer Haftschicht modelliert werden. Da sich Pigmente bei der Aushärtung mit der Schwitzschicht nach oben absetzen können (und dann evtl. mit der Aufbauschicht verwischen), empfehlen wir, die Schwitzschicht vor dem Weiterarbeiten abzunehmen und die Modellage vor dem Aufbau oder der Versiegelung nochmals gründlich anzubuffern.

Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt!