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Anwendung Pulver-Flüssigkeits-System

Hinweis

Diese Anleitung soll eine Hilfestellung für die Anwendung von engelcosmetic-Produkten sein und ersetzt auf keinen Fall eine professionelle Ausbildung. Für die Arbeit mit professionellen Produkten am Kunden benötigen Sie ein umfangreiches Fachwissen, das über eine einfache Arbeitsanleitung weit hinausgeht. Gerne beraten wir Sie bezüglich einer für Sie passenden Ausbildung oder Fortbildung.

 

Das Pulver-Flüssigkeits-System (Acryl System

Bei diesem System wird das Pulver (Polymer) mit der Flüssigkeit (Monomer) gemischt und aufgetragen.

Die Basisprodukte sind klares und weißes Pulver und lufthärtendes Liquid (mittlerweile auch als lichthärtendes Liquid erhältlich). Für die unterschiedlichen Anforderungen der Kundin werden die Pulver auch in verschiedenen Farben angeboten.

 

Für die optimale Anpassung der Farbe an das Nagelbett der Kundin kann roséfarbenes Pulver mit klar und/oder weißem Pulver gemischt werden.

Die Aushärtezeit richtet sich nach dem jeweiligen System, der Verarbeitung und der Raumtemperatur. Je flüssiger das Produkt verarbeitet wird und je kälter die Raumtemperatur ist, umso länger ist die Aushärtungszeit und andersrum.

 

Für die Modellage wird ein Naturhaarpinsel mit perfekter Spitze, empfohlen wird Rotmarderhaar, benötigt. Der Pinsel muß eine gewisse Härte haben, damit ein Andrücken der Modellage auf dem Nagel möglich ist, die Spitze sollte exakt und fein zulaufen. Die Pflege des Pinsels sollte sorgfältig gehandhabt werden. Während der Modellage muß nicht benötigtes Material immer sofort auf einer Zellette ausgestrichen werden. Nach der Modellage den Pinsel mit Liquid tränken und optimalerweise mit der Spitze nach unten im Dunkeln aufhängen oder liegend in einer Schublade lagern. Pinselreiniger oder Aceton nur im Notfall anwenden, da diese Produkte Naturhaare austrocknen können.

 

Die Flüssigkeit sollte in kühlen, dunklen Räumen gelagert werden. Die benötigte Flüssigkeit in ein Dappenglas füllen und benutzte Flüssigkeit in keinem Fall wieder zurück in die Flasche füllen.

 

Bitte achten Sie auf fachgerechte Entsorgung, da es sich hier um eine Chemikalie handelt.

 

Anleitung zur Modellage

Den Pinsel in Liquid tauchen und gut aufsaugen lassen, kurz am Rand in einem Winkel von ca. 45° abstreifen und den so angefeuchteten Pinsel in eines der engelcosmetic Pulver tauchen (ohne dabei die Wände des Dappenglases zu berühren).

 

Das Acrylpulver muss feucht verarbeitet werden. Mit einer drehenden Bewegung eine kleine Kugel formen. Die Kugel sofort auf die Nagelspitze setzen und zerfließen lassen, erst nachdem das Acryl verlaufen ist, es mit dem Pinsel zu jeder Seite hin flach drücken.

 

Die Modellage von der Spitze hin zum hinteren Nagelrand arbeiten, dabei darauf achten, dass die Ränder dünn bleiben.

 

Durch die 3-Zonen-Modellage (Spitze, Nagelbett, Nagelfalz) mit kleinen, mittelfeuchten Bällchen können die Eigenschaften der Materialien durch Präzisionsarbeit mit jedem einzelnen Bällchen optimal entfaltet werden. Durch die 3-Zonen-Modellage kann auch gezielt auf Unebenheiten oder Deformationen des Nagels der Kundin eingegangen werden. Dadurch ist diese Art der Modellage optimal für dünne, schwache, spröde und brüchige Naturnägel geeignet und auch für Problemnägel wie z.B. Nagelbeißer.

Zudem vermeidet diese Technik unnötiges zusätzliches Verfeilen, wodurch lediglich das noch nicht vollständig ausgehärtete Material erschüttert wird (die vollständige Aushärtung erfolgt nach ca. 24-48 Stunden). Übermäßiges Feilen ist nicht nur Zeitverschwendung sondern auch schädlich für den Nagel und das Nagelbett.

 

Die Nägel in Form feilen, darauf achten, dass die C-Kurve am Stresspunkt sitzt und die Ränder dünn sind. Feilstaub entfernen.

 

Permanente French Modellage mit Pulver-Flüssigkeits-Systemen

Wenn Sie den French Look erzielen möchten, benutzen Sie für die Nagelspitze ein weißes Pulver und für das Nagelbett das rosa Pulver, bzw. das Klare für ein natürliches Aussehen.

 

Die Smile-Linie sollte etwas hinter der natürlichen Smile-Linie sitzen, um beim Herauswachsen nicht sofort wieder auffüllen zu müssen.

Der Smiley kann mit der sauberen, feuchten Pinselspitze geformt werden oder Sie nehmen einen Tip zur Hilfe (s. Bild).

 

Eine weitere Kugel bilden und auf den Übergang setzen und zerfließen lassen, erst nachdem das Acryl verlaufen ist, es nach beiden Seiten hin gut andrücken und nach vorne hin ausstreichen.

Auf diese Weise in Richtung Nagelhaut weiter arbeiten, zur Nagelhaut hin lassen Sie Ihre Kugeln immer kleiner werden und am Nagelbett flach auslaufen.

Nach dem vollständigen Aushärten, dies kann bei dieser Acryl-Methode etwas länger dauern, wie gewohnt, feilen Sie nun den Nagel in die gewünschte Form, z.B. mit einer Profi-Feile, glätten ihn mit einem Schleifblock, zum Schluss polieren Sei den Nagel z.B. mit einem Polierblock oder einer Polierfeile.

 

Besonderen Glanz und Haltbarkeit erhält ein Acrylnagel auch, indem Sie ihn statt zu polieren leicht anbuffen und mit einer Schicht UV-Gel überziehen und aushärten. Nach dem Aushärten die Schwitzschicht mit Clean Off Lösung abnehmen.

Achten Sie bei Acrylnägeln besonders auf die Seiten, ein zu dickes Auftragen des Materials an der Nagelhaut kann ein Liften des Materials bewirken.

 

Farbiges Acrylpulver

Mit farbigem Acrylpulver lassen sich vielseitige Nailart-Creationen verwirklichen.

Um schöne und klare Linien und Formen zu erreichen, sollten Sie mit kleinen Pulver-Flüssigkeitsbällchen aus relativ trockenem Material arbeiten und einem Pinsel mit perfekter Spitze. Wenn das Mischungsverhältnis zu feucht ist, wird die Farbe „ausbluten“, sobald sich das überflüssige Monomer verteilt. Setzen Sie ein kleines Bällchen an die Stelle, an der Sie arbeiten möchten, und lassen Sie es etwas fest werden. Wischen Sie Ihren Pinsel aus, so dass keine Reste von Liquid enthalten sind. Mit der Spitze des Pinsels drücken Sie das Material zurecht. Es sollte dicht sein, aber nicht zu hoch werden. Die Kanten sollten präzise und scharf werden.

 

Das richtige Mischungsverhältnis

Machen Sie folgenden Versuch:

 

Mit einem sauberen Pinsel ein „normales“ Bällchen aufnehmen und auf einem Tip auf den höchsten Punkt legen. In den folgenden 10 Sekunden beobachten Sie das Produkt und beantworten die folgenden Punkte:

 
  • Verläuft das Bällchen sofort und läuft evtl. sogar an und über die Ränder des Tips?
  • Verliert die Höhe des Bällchen extrem an Höhe (50% oder mehr)?
  • Verliert das Bällchen seine Form?
  • Ist um das Bällchen Flüssigkeit zu sehen?

Wenn Sie eine oder mehrere dieser Punkte bejahen können, ist das Material zu nass gebildet.
In diesem Fall hätten Sie wahrscheinlich Haftungsprobleme.

 

Durch eine zu feuchte Modellage könnte es sein, dass Luft in die Modellage eingeklopft wird. Vor allem Neueinsteigern passiert es häufig, dass sie noch nicht richtig oder vorsichtig genug mit dem Pinsel umgehen und das Material nicht modellieren, sondern auf den Nagel „patschen“. Dabei kann Luft unter die Mischung geschlagen werden, was erhebliche Materialspannungen verursachen kann. Je flüssiger die Mischung ist, umso stärker zieht sie sich bei der Aushärtung zusammen (zw. 7% und 18%).

 
  • Bleibt das Bällchen in seiner Form und hat eine milchige Struktur?
  • Hat das Bällchen eine glatte Oberfläche?
  • Verliert die Höhe des Bällchen etwas an Höhe (10%-30%)?
  • Es ist keine Flüssigkeit um das Bällchen zu sehen?
  • Hat das Bällchen seine Form behalten?<7li>

Wenn die Antworten auf diese Punkte „ja“ heißen, ist das Material „mittel“ gebildet worden. Dies ist ideal.

     
  • Bleibt das Bällchen in seiner Form und hat eine unregelmäßige, kristallisierte Struktur?
  • Verliert das Bällchen kaum oder gar nicht an Höhe?
  • Ist am Bällchen Pulver zu erkennen, das sich nicht mit Flüssigkeit verbunden hat?

Wenn diese oder eine Antwort „ja“ heißt, haben Sie das Material zu trocken gebildet und Sie werden Anhaftungsprobleme haben.

 

Bei einer zu trockenen Mischung entsteht eine körnige, nicht fließende Masse, die Komponenten können sich nicht optimal vernetzen. Die winzigen Pulver-Partikel werden von Luft umgeben, wodurch es bei der Aushärtung zu Lufteinschlüssen in der Modellage kommen kann. Das Material ist dadurch nicht so flexibel, wie es eigentlich sein sollte, und es kann passieren, dass die fertigen Nägel schneller und leichter brechen. Erst durch das vollständige Durchtränken der Partikel wird die Luft ausgeschlossen.

Ein zu trockenes Mischungsverhältnis kann auch durch zu kalte Zugluft im Raum einstellen, da das Liquid dadurch zu schnell auf der Oberfläche des Nagels verdunstet und sich dadurch das Mischungsverhältnis des Bällchens auf dem Nagel unkontrolliert verändert.